Night of Light 2020

Night of Light 2020

Atemberaubend schöne Fotos mit sehr ernstem Hintergrund

Montagabend wurde die Niersuferpromenade mit dem angrenzenden Friedensplatz sowie das Rathaus und Haus Püllen im historischen Ortskern Wachtendonk mal in einem anderen Licht dargestellt: SIGNALROT

Die Ratskandidatin der CDU Marlies Brückner und der parteilose Bürgermeisterkandidat Alexander Pasch haben mit den Veranstaltern vor Ort gesprochen, um ein wenig mehr über die ernsten Hintergründe zu erfahren.

Im Gespräch mit Tim Ophey (blue-place Agentur), Thomas Holtmanns (tonmann Eventtechnik) und Manuel Bodden (Sound-System Veranstaltungstechnik) erfuhr man so, dass der Wirtschaftszweig der Veranstaltungstechnik mittlerweile der Sechstgrößte in Deutschland ist. Dies geht aus einer Studie zur Gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Veranstaltungsbranche hervor. Hier steht die Veranstaltungsbranche noch vor der Metallerzeugung und –bearbeitung und dem Bauhauptgewerbe.

Seit Mitte März macht die Veranstaltungswirtschaft quasi keinen Umsatz mehr. Anders als im produzierenden Gewerbe können weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden, es kann auch nichts „auf Lager“ produziert werden; die meisten Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft sind Dienstleister. Selbst wenn nach Beendigung der Krise eine hohe Nachfrage einsetzen würde, kann der erlittene Verlust nicht mehr kompensiert werden. Die Veranstaltungswirtschaft insgesamt ist einer der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft und zählt rund 1 Million direkte Beschäftigte. Es wird ein jährlicher Umsatz von rund 130,0 Mrd. Euro erwirtschaftet.  Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren veranstaltungsbezogenen Teil- und Zuliefermärkten hinzu, so beschäftigen mehr als dreihunderttausend Unternehmen in über 150 Disziplinen mehr als 3 Millionen Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von über 200 Mrd. Euro! *

Durch das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen bis 31.10.2020 und einen danach noch folgenden Vorlauf zur Planung von Veranstaltungen gibt es einen 80 – 100 % Umsatzausfall über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten. Daraus resultiert eine akute Insolvenzgefahr für die gesamte Branche. Es ist wichtig, auch die Öffentlichkeit auf die besonders hart getroffene Branche der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen und zu verdeutlichen, dass die derzeitigen Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen nicht ausreichen. Da diese Kredite nicht wertschöpfend investiert werden können, sondern zur Deckung von Betriebskosten aufgewendet werden müssen, führt dies nach dem Verbrauch der Kredite zu einer erneuten Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit einer Überschuldung der betroffenen Unternehmen und Einrichtungen.

Marlies Brückner und Alexander Pasch wollten natürlich auch etwas über die Erwartungen an die Kommunal-, sowie auch an die Bundes- oder Landespolitik wissen. Hier wurde deutlich, dass vor allem auf Bundesebene schnellstmöglich Klarheit geschaffen werden muss.

Welche Regeln gelten genau für welche Veranstaltungen? Was sind genau Großveranstaltungen?

 Fragen, die derzeit nicht eindeutig in der Corona-Schutzverordnung erlesen werden können. Perspektive und Planungssicherheit hängt wesentlich an klar definierten Regeln und Aussagen der Politik. Dies allerdings auch möglichst nicht je Bundesland unterschiedlich, sondern einheitlich in ganz Deutschland.

Die Möglichkeiten der Kommunalpolitik sind sicherlich etwas beschränkter, aber es gibt welche. Alexander Pasch regte an, dass man künftig aus dem Haushalt der Gemeinde heraus einen sogenannten „Risikotopf“ bereitstellen könne. Der Risikotopf könnte dazu dienen, den Vereinen bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen das finanzielle Risiko zu minimieren. Verlaufen Veranstaltung z. B. wetterbedingt nicht erfolgreich, wäre der finanzielle Schaden zum großen Teil gedeckt. Auch die von den Veranstaltern geforderten Unterlagen wie Sicherheitskonzepte und der kaum überschaubare „Antragswust“ für Genehmigungen etc. werden immer mehr zum Hemmnis und Problem. Ehrenamtlichen Mitgliedern ist es schon zeitlich fast unmöglich, alle gestellten Anforderungen vor einem Fest zu erfüllen. Die Veranstaltungsprofis waren sich einig, dass die von Alexander Pasch angesprochene umfangreichere Unterstützung der Verwaltung da mehr als helfen würde.

Fazit des Gespräches ist, dass die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Erholung der Branche sicherlich in der Bundes- und Landespolitik geschaffen werden müssen. Es wurde aber auch deutlich, dass es durchaus auch auf kommunalpolitischer Ebene Unterstützungspotenzial gibt. Selbst wenn man es durch die angeregten Maßnahmen schafft, die Hemmnisse zur Durchführung von Veranstaltungen zu nehmen, so ist dies nur dann wirklich erfolgversprechend, wenn es auch noch Unternehmen gibt, die die Veranstaltungstechnik bereitstellen.

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